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Als Metroid: Other M auf der E3-2009 angekündigt wurde und erste Gameplay-Videos veröffentlicht wurden, schien die Metroid-Gemeinde in Vorfreude auf Samus' neues Abenteuer zu versinken.
Jetzt -nach dem Release von Other M- spaltet sich das Fanlager:
Die einen könnten kaum glücklicher über die Verbindung klassischer und neuer Elemente sowie der ungewohnt-intensiven Story sein.
Bei anderen Fans hingegen macht sich Ernüchterung breit:
Samus gleicht kaum noch einer knallharten Kopfgeldjägerin sondern ist stattdessen zu einer unselbständigen Heulsuse geworden, während das gesamte Feeling weniger an Metroid erinnert.
Tja, dumme Entscheidung von Nintendo, die Verantwortung an ein fremdes Entwicklerstudio zu übertragen, denn im Endeffekt ist ohnehin Team Ninja an dieser Fehlentwicklung Schuld.


Gleich um es vorweg zu nehmen: Ich habe abgesehen von den Wii-Ablegern (Other M folglich mit insbegriffen) sämtliche Metroid-Teile gespielt.
Metroid Prime und Super Metroid sind meiner Meinung nach die besten Teile der Serie und auch wenn ich keine Wii besitze (seit Ende der Gamecube-Ära bin ich XBox-Jünger), habe ich die Metroid-Reihe aufmerksam verfolgt.
Das was ich über Other M weiß, stammt also aus Reviews, Gameplay-Videos und Cutscenes, die bei Youtube eingestellt wurden.


Soviel zu mir, zurück zum eigentlichem "Problem":
Wenn so viele Fans mit dem neuem Metroid unzufrieden sind, wieso wurde das Projekt dann überhaupt von Nintendo abgesegnet? Entweder schien "Big N" hier geschlafen zu haben oder man war mit dem Endprodukt seltsamerweise zufrieden.
Tatsächlich ist Other M laut Kritiken ein vergleichsweise schwacher Teil der Serie, der früheren Teilen hinterherhinkt. Einige Stimmen aus dem Fanlager behaupteten gar, dass Feeling und Design kaum an ein typischers Metroid erinnern. Der Grund wird gerne bei Sündenbock Team Ninja gesucht, aber wer dazu fähig ist, Selbstkritik zu üben (nicht gerade einfach, gell?), erkennt wieso er/sie tatsächlich von Other M enttäuscht ist:
Es hat die eigenen Erwartungen nicht erfüllt!
Sicher, klingt lächerlich. Denken wir deshalb kurz über die bisherige Entwicklung der Serie nach:
Die ersten drei Metroid-Spiele erschienen im Abstand weniger Jahre auf den jeweils aktuellen Plattformen von Nintendo entwickelt wurden sie von "Nintendo R&D1", einem japanischem Inhouse-Entwicklerstudio. Nach der
Veröffentlichung von Super Metroid, das als bester Teil der Serie angepriesen wird, wurde es schlagartig still um Samus Aran. Ganze 8 Jahre brauchte die Kopfgeldjägerin, um in Metroid Fusion wieder zurückzukehren und anschließend in der Prime-Trilogie die Serie grundlegend zu verändern.
Für die neuesten Ableger versetzten die texanischen Retro-Studios Metroid gekonnt in ein Ego-Action-Adventure-Gewand. Einsamkeit, Isolation und zünftige Auseinandersetzunge, in denen sich Samus zu behaupten hatte, standen einmal mehr im Mittelpunkt und änderten an dem, für das die Serie stand... so ziemlich nichts (über die Tatsache, dass seitdem ein Großteil der Gamer den Namen "Metroid" seitdem mit dem Wort "Ego-Shooter" verbindet, sehen wir mal hinweg).
Samus war nach wie vor der einsame Wolf, die knallharte Kopfgeldjägerin, die alles über den Haufen schießt, was nicht nach Mensch und idealerweise nach Weltraumqualle aussieht. Dieses Bild, ist eine Erwartung, die wir an Samus stellen:
Sie soll tough und kühl sein, denn schließlich gibt es ein unbeschriebenes Gesetz, nach dem alle Kopfgeldjäger so zu sein haben.

Genau dieses Gesetz wil Other M brechen – stößt dabei aber denen vor dem Kopf, die nicht sehen wollen, dass Samus urplötzlich aus gewohnt-stereotypen Verhaltensmustern ausbricht. Völlig unerwartet befolgt sie die Befehle einer Respektperson (Kopfgeldjäger respektieren doch niemanden!) und fängt beim Anblick von Ridley an, zu jammern (eine Kofpgeldjägerin würde doch niemals von einem Trauma eingeholt). Nur logisch, dass Other M einen Aufschrei provoziert, so was hat es schließlich nie zuvor in der Geschichte von Metroid gegeben... oh verdammt, als geneigter "Hardcore"-Fan vergisst dabei allerdings, dass Samus in MetroidII Mitleid mit einem Babymetroid hat... ahhh, das war eine Ausnahme, wir wissen alle, dass Frauen mit unbeschriebener Vorliebe Babies adoptieren... oh verdammt, aber in Metroid Fusion redet sie pausenlos in höchsten Tönen von diesem "Adam" und beginnt sogar den Anweisungen einer "kleinkarierten KI" zu folgen, als die sich als ebendieser zu erkennen gibt. Wirkt alles mindestens genau so absurd wie in Other M, hat aber damals irgendwie niemanden gestört.

Woran das liegen könnte? Liegt daran, dass diese Story-Twists rund um Samus nur einen Bruchteil des Spiels ausgemacht haben. Und der Grund dafür führt wiederum unweigerlich zum Stichwort "technische Limitierungen".
Zu 2D-Zeiten war es nahezu unmöglich, dem Spieler mit aufwendigen Cutscenes zu verwöhnen, die ein klares Bild vom Charakter zeichnen. Gerade in diesem Gebiet haben die vielübersehenen Serienableger MetroidII und Metroid Fusion im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten echte Pioniersarbeit geleistet. Als mit Beginn der 3D-Ära Entwicklern deutlich bessere Werkzeuge für die Darstellung der Charaktere zur Verfügung standen, standen Metroid Tür und Tor für ebendies offen – eine Gelegenheit, die von den Retro-Studios schlichtweg nicht genutzt wurde. Getreu dem Motto: "Hauptsache das Gameplay stimmt" ließ man typisch-westlichem Gamedesign (der Hauptprotagonist ist stumm und möglichst profillos, damit der Spieler sich besser in ihn hineinversetzen kann) den Vorrang. Das Ergebnis waren ein tadelloses Game und eine gewaltige Baustelle, auf der eben noch die emsigen Japaner von "Nintendo R&D1" gewerkelt hatten: Samus Charakterentwicklung stagnierte. Die letzten Versuche, mehr als nur eine Kopfgeldjägerin darzustellen, gerieten in Vergessenheit, das alte Klischeebild verfestigte sich wieder. Doch dann kam Other M -und bretterte mit fataler (Story-)Wucht in dieses Bild hinein. Für einige offenbar zu viel des Guten, denn irgendwie schien es nicht in das bisherige Bild das sie von Samus hatten, zu passen.

Sicher, Other M hat vor allem im Gameplay viele Ecken und Kanten, musste der Story wegen ähnlich wie Metroid Fusion linearer gestaltet werden und vermittelt weniger das gewohnte Gefühl von Einsamkeit. Aber wenn die Serie nach etwa 8 Jahren wieder von einem japanischem Entwicklerstudio in neue (oder gar alte, verlassene?) Bahnen gelenkt und weiterentwickelt wird, sollte man das nicht als Rückschritt oder gar Frechheit seitens der Entwickler ansehen. Manches wirkt zwar unausgegoren (seltsam, dass Samus beim x-tem Kampf gegen Ridley ihr Trauma nicht überwunden hat), aber der Grundgedanke stimmt. Auf das Bild der mysteriösen Kopfgeldjägerin werden wir zwar in Zukunft verzichten müssen, aber irgendwie hat es Samus nach über 22 Jahren Dienstzeit verdient, eine greifbare Person zu werden und über ihr Dasein als bloßes Klischeebild hinauszuwachsen.


Naja, wie dem auch sei, Other M mag zwar das Fanlager gespalten haben, aber was kümmert's mich. Als XBox-Jünger zocke ich lieber eine Runde "Halo", da sind die Charaktere zum Glück so profillos, wie ein Stück Papier und werden außer Ballern auch nichts überraschend-anderes machen. Oder ich schwelge beim Spielen alter Metroid-Teile in Erinnerungen, denn damals war alles noch so viel einfacher gestrickt.

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